Eine kleine Fingerübung zwischendurch – Auf dem Weg nach Esgaroth

In einem Teil des Waldes, der ohne Kenntnis seiner Bewohner nicht gefunden, geschweige denn betreten werden konnte, floss unterhalb der kunstvoll angelegten und verschlungenen Hallen ein Fluss.       In der Haupthalle mit den prachtvollen Säulen saß der König dieses Reiches auf seinem Thron. Auf seinem Haupt trug er eine Krone aus kostbaren Edelsteinen, die die Form von Blättern hatte.       Sein Haar hatte die Farbe von Silber- und Goldtönen denn er gehörte den Sindar an. Wie schon sein Vater Oropher vor ihm war er der König des Waldelbenreiches im Düsterwald.       Dieser Teil des Waldes hieß erst seit 1940 Jahren so. Seit ein Schatten über den Wald gefallen war. Außer dem unfangreichen Teil des Königreiches ließ sich der Wald nicht mehr durchqueren.       Vor den Thron des Königs hatten seine Gefolgsleute den Anführer dieser Gruppe geführt, die sie im Wald aufgegriffen hatten.       Der König mit Namen Thranduil fühlte wie sein Ärger wuchs. Die langen Jahre seines Daseins hatten ihn mit mehr Geduld ausgestattet als andere Lebewesen, jedoch hatte dieser ungebetene Besucher sie schnell aufgebraucht. Mit stolz erhobenem Kopf stand er vor dem Thron.       Er, der Enkel des Königs mit den Reich unter dem Einsamen Berg. König Thranduil erinnerte sich. Thror, der Großvater und König unter dem Berg hatte eine ähnliche Haltung an den Tag gelegt. Das hatte den König der Waldelben nicht weiter verwundert oder aufgehalten einen Handel und vernünftige Beziehungen mit den Zwergen des Reiches unter dem Berg einzugehen. Thranduil hatte den Zwergenkönig jedoch bereits bei seiner Thronübernahme vor 352 Jahren gewarnt nicht zu tief unter dem Berg und der umliegenden Erde zu graben und zu schürfen. Thror hatte auch im Laufe der folgenden Jahre nicht auf ihn gehört. Der König des Waldelbenreiches hatte zuerst versucht, die Dinge von der Warte des anderen Königs zu sehen. Ihm war klar, dass Thror angenommen haben musste, er wolle sich in die Belange seines Reiches einmischen. Das war jedoch nicht seine Absicht. Er wollte vermeiden, dass in den unendlichen Tiefen der Erde die Geschöpfe geweckt wurden, welche dort vielleicht noch im Schlummer lagen. Und außerdem konnten auf diesem Wege die noch übrigen Urilokki, die sich noch verborgen halten konnten, aufgescheucht werden.   Und so war es Jahrzehnte später geschehen. Einer der übrigen Unwesen aus der Brut der Urilokki oder Drachen, wie andere Geschöpfe sie nannten, war dem Hämmern und Vibrieren gefolgt und hatte seinen Weg zum Berg antreten können.   Smaug, der lange lange Jahre Zeit hatte zu wachsen und eine immense Größe erreicht hatte, hatte das Reich unter dem Berg angegriffen um sich den unvorstellbaren Schatz des Zwergenreiches zu Eigen zu machen.       Selbst dann noch war Thror der Meinung die Waffen der Zwergenkrieger würden ausreichen um gegen den Drachen zu kämpfen. Als es schon so gut wie zu spät war hatte sich der König der Zwerge an Thranduil und seine Krieger gewandt.   Die umliegenden Städte Thal und Esgaroth wurden ebenso schwer beschädigt wie von den Elben befürchtet und die Bewohner des Reiches unter dem Berg wurden getötet und vertrieben.   Eine besonderss eigenwillige Schar der Zwerge hatte sich in den Gängen der Schürfstollen verborgen und war dort verhungert und verdurstet. Thror und sein Sohn Thrain hatten ihnen versprochen sie mit Hilfe der Elben und anderer dort zu befreien. Sie wären niemals rechtzeitig zu ihnen in diesen verschlungenen Stollen gekommen mit dem Drachen über ihnen. Die Zwerge waren der Meinung, dass ihre geschiedeten Masken, die einige von ihnen besaßen gegen das Feuer des Drachen schützten. Gegen das Feuer eines Urdrachen wie Smaug!   Sein Vater Oropher hatte vollkommen Recht gehabt als er von der Anmaßung der Zwerge sprach.       Thranduil hatte Thror klarmachen wollen, dass die Zwerge in dieser Situation nicht hätten befreit werden können. Sie hätten längst fliehen müssen. Keiner der Männer hätte gegen den Drachen kämpfen sollen und keiner der Frauen, Kinder und Alten hätte noch im Berg sein dürfen. Sie hätten nach der Annäherung des Drachen alle – ALLE – fliehen müssen.   Thror hatte die Kühnheit besessen ihn aus der Entfernung auf Khuzdul zu verfluchen, während sein Sohn die Zähne fletschte.       Jetzt stand Thror Enkel Thorin vor ihm und sah ihn finster an. Stolz und gerade Haltung standen ihm als Enkel eines Königs und Sohn eines Thronerben sowie dem Erben seines Geschlechts Durin zu.   Aber dass er den Mund aufmachte und nach seiner stolzen Rede ebenfalls diese finsteren Worte von Verrat und Schlimmerem auf diesem unmöglichen Khuzdul zu ihm sagte. Das ging zu weit!       Thranduil, der während der Rede aufgestanden war, ging jetzt mit großen Schritten auf Thorin zu. Dieser…..dieser Zwerg! Er wollte ihm etwas über Feuer sagen? Er, der zu jung gewesen war um eine Waffe zu tragen und selbst nicht gegen Smaug antreten konnte? Er, dieser junge Bursche, der keine Ahnung hatte was FEUER war?   Unheil und Ungeheures war geschehen was vom Großvater dieses Zwerges hätte vermieden werden können.       Er, Thranduil wusste was Feuer war. Er hatte die Schrecken von Mordor gesehen. Er war mit seinem Vater Oropher mit ihrer Armee der Waldelben, sowie Walendil, dem König von Lorién, seinem Sohn Amroth und dessen Armee dem Aufruf Gil-Galahads, des Großkönigs der Noldor gefolgt. Sie hatten sich vor über 2940 Jahren dem Bund der Elben und Menschen im Kamfp gegen Sauron angeschlossen und waren siegreich daraus hervorgegangen. Aber zu welchem Preis! König Oropher, sein edler Vater und König Walandil waren  gefallen. Ebenso wie Großkönig Gil-Galahad der Noldor, Großkönig Elendil von Arnor und sein Sohn Anarión, König von Gondor.   Thranduil hatte die Schrecken von Mordor nie vergessen können. Er war schwer verletzt worden. Mit der Heilkunst der Elben wurde er von außen wieder hergestellt aber die Finsternis der Ebene von Mordor, der Tod seines Vaters sowie der unvorstellbare Schrecken von Saurons Feuer hatte sich für immer in ihm eingeprägt.   Er ließ Thorin wieder in sein Verließ bringen. Er würde ihm schon mehr von seinem Plan berichten. Er hatte mit seiner Truppe ohne seine Erlaubnis sein Reich betreten. Er hatte als König ein Recht zu wissen weshalb die Zwerge in sein Reich kamen. Die Grenzen seines Reiches waren beschützt und bewacht. Wie zu Zeiten des großen Königs Elwe Singollo, dem Graumantel. In seinem Königreich Doriath gab es nichts was nicht an seine Augen und Ohren drang.   Er ließ sich Wein aus Dorwinion bringen, dem Land im Süden, das den edelsten Wein anbaute. Es war das Fest zu Ehren von Varde Elbereth, der Sternenentfacherin. Noch vor dem Aufgang des Mondes und der Sonne hatte sie am Firmamant die Sterne entfacht zum Erwachen der Elben.       Sie wurde von allen dieses Volkes zutiefst geliebt.  Thranduil setzte siche mit seinem Glas Wein auf seinen Thron und hing wieder seinen Gedanken nach.   Dieser Zwerg hatte seine Laune sinken lassen   Er würde den Zwergen Essen und Trinken bringen lassen. Sie sollten in seiner Verwahrung nicht darben. Aber er hatte sich über Thorin sehr geärgert.   Dieser hatte die unheilvollen Gedanken an Mordor vor seinem Auge erstehen lassen als wäre erst eine kürzere Zeitspanne vergangen als diese Jahrtausende. Er musste sich auf andere Gedanken bringen.   Der König nahm einen Schluck Wein, dachte an das Fest zu Ehren von Elbereth und an die Eine, die sein Herz verzaubert hatte, schon als er sie das erste Mal sah. Telperién, die Tochter aus Silber. Sie trug ihren Namen zu recht. Schon in Avernien, wo sie als Flüchtlinge Aufnahme und Exil nach dem Untergang Doriaths fanden, war ihm ihre große Schönheit aufgefallen. Und ihre Freundlichkeit und Ruhe. Seine Unrast und seine Unruhe nach der Flucht hatten sich in ihrer Nähe gelegt. Wenn sie am Ufer des Sees spazieren gingen fühlte er Zuversicht in sich aufsteigen.   Es war ihr Wunsch gewesen ihren Sohn Legolas zu nennen. Grünblatt, wie eine wunderbare Aussicht und Verheißung auf kommende Zeitalter.   Telperién und Legolas, die Einzigen, die ihn zeitweise aus den dunklen Gedanken an Mordor herausholen konnten.   Telperién, die Sindarin mit der vollkommenen Stimme, selbst schöner als die der anderen Sindar – den größten Sängern unter den Sternen. Keine andere würde jemals so wie sie in seinem Herzen sein.   Und sein Sohn Legolas – sein Hildinya. Seine Hoffnung auf kommende Zeitalter. Er hoffte, dass ihm niemals ein Kampf gegen das unsagbar Böse bevorstand.       Aber vor 1940 Jahren war ein Schatten auf den Grünwald gefallen, der seitdem in Düsterwald umbenannt worden war.   Thranduil befürchtete, dass der Schatten das erste Zeichen des kommenden Bösen war und sich Elben, Menschen und andere freie Völker auf der Welt erneut dem Kampf stellen mussten.       Der König lenkte seine Gedanken schnell wieder auf seinen Sohn.   „Hannon le, Onya“, grüßte ihn eine junge Stimme. Sein Sohn Legolas näherte sich seinem Thron. Legolas beugte den Kopf, führte seine rechte Hand an die linke Seite seiner Brust und bewegte den rechten Arm in einer gleitenden Bewegung zum respektvollen Gruß an seinen königlichen Vater. Sein Vater nickte ihm zu und fühlte für einen Moment den Stolz der ihn immer bewegte beim Anblick seines Sohnes.       In einem Teil des Waldes, der ohne Kenntnis seiner Bewohner nicht gefunden, geschweige denn betreten werden konnte, floss unterhalb der kunstvoll angelegten und verschlungenen Hallen ein Fluss. In der Haupthalle mit den prachtvollen Säulen saß der König dieses Reiches auf seinem Thron..

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Ein Kommentar

  1. stiergabi · Juli 15, 2015

    supi

    Gefällt 1 Person

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